Review von M.Kreuzer (mail) | 09. Juni 2003 | PAL Version
"Splinter Cell" aus dem Hause "Ubi Soft" ist wohl eines der aktuell bekanntesten und best bewerteten Spiele, die die Videospielindustrie zu bieten hat. Viel Aufwand und Liebe wurde in dieses Projekt gesteckt. Tja, wer wollte nicht schon immer ein "echtes" Schleichspiel. Viele Versuche ein solches zu Programmieren endeten doch in zuviel Geballere oder zu hoher Actionlastigkeit. Vorweggenommen, "Splinter Cell" hat es geschafft, dieser Marotte zu entkommen. Wahrscheinlich werden die meisten aber eh schon unseren Importtest gelesen haben oder Tests von anderen Versionen oder Kollegen gelesen bzw. gesehen haben und wisst daher schon worum es geht, ansonsten habt ihr hier noch mal die Chance, die PAL Version unter der Lupe zu sehen. Die GameCube Version des Spiels lies ja zumindest hierzulande länger auf sich warten, dafür verspricht "Ubi Soft" einige Bonusfeatures, welche sich aber hauptsichtlich positiv auf das Gameboy Advanced Spiel beziehen. Wie das Spiel gegen die anderen Versionen abschneidet, was anders ist und alles weitere zu "Splinter Cell", wenn ihr weiter lest.
Gameplay:
Ein wirklich superbes Renderingintro, welches es übrigens sonst nur für die Playstation 2 Fassung des Spiels gibt, macht einen schon richtig heiß auf das Spiel. Man versinkt sofort tief in einer toll inszenierten Story, welche sich erst im Spiel weiterentwickelt, geschweige denn, man lässt sich auch drauf ein. Das sollte man tun, denn sonst weiß man im Spiel eigentlich nicht genau, was man machen soll. Doch vorweggenommen, das Spiel ist leider trotzdem sehr geradlinig, es bleibt wenig Handlungsfreiheit. Nach dem Intro jedenfalls, drückt man sich schnell durch das übersichtliche Menü und man beginnt das Spiel im Trainingscenter. Hier werden einem alle Techniken vom Geheimagenten "Sam Fisher" behutsam beigebracht, bis man ihn perfekt bewegen kann. Es folgen Tests, die schon die eigentliche, gesamte Stärke von "Splinter Cell" beweisen. Erst hat man durch einen halbdunklen Raum an einer Kamera vorbeizukommen, wo man den Schatten gezielt ausnutzen muss. Es folgt ein Lautstärketest. Hier heißt es möglichst leise ein paar Plattformen zu erklimmen, runterhängenden Ketten auszuweichen und über einen Scherbenteppich zu schleichen. Es folgen Tricks, sich gegen Feinde zu wehren, zu schießen und anderes. Erst wenn alles erfolgreich beendet ist, ist man qualifiziert genug, die erste Mission zu spielen. Doch gerade der Schleichtest und einige weitere Sachen können sogar schon happig erscheinen. Das ist jedoch nichts im Vergleich zu dem was noch kommt, denn der Schwierigkeitsgrad im Spiel ist schon ziemlich hoch. Selbst auf "Normal" (es gibt ansonsten noch "schwer"). Also, wer überlegt sich dieses Spiel zu kaufen, dem sei schon mal vorab gesagt, dass er ein paar mal fluchen wird, da man durch kleinste Fehler große Teile des Levels neu spielen muss. Oft übersieht man einfach nur eine Kamera, oder man hat nicht mehr genug Munition, das alles kann zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden. Umso ärgerlicher also, wenn man in eine solche Falle tappt. Schleicht man nicht leise genug, hat man aber immer noch den Vorteil, sich schnell, aber dennoch ruhig, ins Dunkle zu retten. Die Wachen müssen einen nämlich erst mal ausfindig machen. Ansonsten lautet die Parole "Sam Fisher gegen alle!". Es heißt auf leiser Sole ganze Gebäudetrakte zu infiltrieren, geschickt an Leuten vorbeizuschleichen und dabei die Missionsziele zu erfüllen, wobei in jeder Mission massig zusätzliche Ziele durch neue Erkenntnisse oder plötzliche Vorfälle hinzustoßen. Während einer der , sehr umfangreichen Missionen macht sich deutlich bemerkbar, dass man für einen Geheimbund arbeitet, denn man kann sich vieler nützlicher Hightechgeräte bedienen. Unentbehrlich ist da vor allem das, was auch das Markenzeichen des Agenten "Sam Fisher" ausmacht, das Nachtsichtgerät. Die "grüne Sicht" erlaubt einem gute Sicht in der Dunkelheit, wie der Name ja schon sagt, allerdings, wie in der Realität auch, nur auf eine kurze Reichweite. Helle Lichtquellen machen einem mit diesem Gerät aber zum blinden Agenten. Eigens für die Gamecube Version gibt es ein Fernglas, was aber leider sehr unnützlich ist, da in weiter Sicht eh Nebel auftritt und man in den engen Gängen und Räumen meist kein Fernglas zu benutzen weiß. Ein weiteres nützliches Tool ist die sogenannte "Flex Optik". Es handelt sich hierbei um eine mini Linse, verbunden mit einem langen Schlauch, wo das Objektiv drauf ist. So lässt sich diese Linse leicht dazu benutzen, unter Türen durch zu spähen, um zu sehen, was einen erwartet. Das ist auch bitter nötig, oft gehen die Wächter in bestimmten Rhythmen ihre Wachgänge. Diese sollte man hinter der Tür noch mittels "Flex Optik" genau beobachten, bevor man nachher der Wache direkt ins Auge schaut. Wenn man sich nämlich jetzt noch leise von hinten an ihn ran schleicht, so kann man ihn in den Schwitzkasten nehmen. Jetzt hat man einige Möglichkeiten. Weiß diese Person geheime Informationen, so kann man ihn nun, mit Pistole an der Schläfe, verhören. Kommt man an einer Tür nicht weiter, weil es sich um eine "Retina Verriegelung" (Schloss mit nötigem Augenscan) handelt, ist es möglich den Gefangenen dorthin zu zerren und ihn dazu zu zwingen, dass Schloss zu entriegeln. Zusätzlich lassen sich Wachen aber noch als Geiseln oder als Kugelschutz benutzen. Ist man "fertig" mit der Person, kann man diese zu Boden schlagen, doch sollte man sie nicht dort liegen lassen, wo sie jeder sieht. Am besten hebt man den Körper auf und trägt ihn in eine dunkle Ecke. Wachen lassen sich auf aber auf viele Weisen überrumpeln, da sie sich sehr real verhalten. Schießt man die Lichter aus, merken sie zwar dann, dass sich jemand im Raum befindet, wissen aber aufgrund der Dunkelheit nicht genau wo der gesuchte eigentlich steht und gehen ihn suchen. Jetzt hat man die Möglichkeit ihn zu packen oder man hat ihn einfach nur gelockt und schleicht sich inzwischen an seinem Posten vorbei. Locken lassen sie sich auch, wenn man sich z.B. einer rumstehenden Flasche bedient und sie vor eine Wand schmettert. Normale Zivilisten haben aber eher Angst und fliehen oder lösen den Alarm aus. Hüten allerdings, sollte man sich ebenfalls vor den Kameras, denn ist man einmal von einer solchen erfasst worden, wird sofort Alarm ausgelöst, was, wie bereits gesagt, in den meisten Fällen tödlich oder mit Missionsabbruch endet. Ständig hat man per Funk einen Operator an seiner Seite, mit dem man Kontakt pflegen sollte, denn er hat immer nützliche Infos und gibt die neuen Ziele bekannt. Missachtet man ihn, kommt man aufgrund der Geradlinigkeit der Level früher oder später doch zum Ziel. Die Individualität beschränkt sich also nur auf die Handlungsfreiheit in den Räumen, nicht jedoch auf Verlauf der Story oder der Vielfältigkeit, die Level zu bewältigen. Klar, einige Male lassen sich Räume auf verschiedene Weisen betreten z.B. über den Lüftungsschacht, aber einen Unterschied macht es eigentlich nicht. Verschlossene Türen öffnet man übrigens mit einer Dietrich Technik. Langsam muss man den Analog Stick im größten Radius im Kreis bewegen, bis es klickt. Dann hat man eine von mehreren Sperren gehoben, die Sperrenanzahl variiert je nach Schloss.
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