Review von M.Kallhardt (mail) | 18. September 2003 | JAP Version
Dank unseres neuen Sponsors Games DVD Shop kommen wir Redakteure jetzt des öfteren in den Genuss, Importspiele testen zu dürfen. Für mich ist nun Auto Modellista US Tuned in der japanischen Version die Premiere, was auf meinem PAL-GameCube natürlich nur mit dem Freeloader läuft.
Der Freeloader lieft mir in der Version 1.06b vor, mit diesem läuft das Spiel aber einwandfrei. Wer noch nie ein Spiel per Freeloader gestartet hat, der ist bestimmt so gespannt, wie ich es war: nach dem Booten der Freeloader-Disk muss man das Importspiel ins Laufwerk legen - und, Oh Wunder, das Spiel wird anstandslos geladen. Bei mir hatte das auch noch den netten Nebeneffekt, dass ich nun endlich weiß, dass mein Fernseher auch NTSC unterstützt.
Aber zum Spiel: Auto Modellista US Tuned ist die GameCube- und Xbox-Umsetzung
des normalen Auto Modellista, das in der reinen Form nur in Japan für die PS2
erschienen ist.
Es handelt sich um einen Streetracer in etwas anderem Design: Das Spiel ist
fast komplett in Cel-Shading gehalten. Dadurch erhalten die Rennen einen Anime
-Touch, wodurch es sich deutlich vom (offensichtlichen Konkurrenten) Gran
Tourismo abhebt.
Wie auch beim PS2-Klassenprimus darf man aus einer Unzahl Wagen wählen, die
allesamt voll lizenziert sind. D.h. alle Firmen sind mit echten Logos und
Wagennamen vertreten. Dazu kommen eine Unmenge an Tuning- und Zubehör-Artikel,
fast jeder Wagen kann in Tausenden Kombinationen und Farben nach den eigenen
Wünschen umgebaut werden. Das Gute: alle Artikel sind "kostenlos", ein
Einkaufsystem wie bei Gran Tourismo gibt es nicht - die Artikel müssen aber
durch Siege freigeschaltet werden.
Neben dem Storymodus dürfen sich 2 Spieler im Duell um den ersten Platz
messen und für Hobbyregisseure hält das Spiel einen VJ-Modus bereit, wo man
seine Replays mit Musik, Effekten und coolen Sprüchen versehen kann - und sie
dann abspeichern und seinen Freunden vorspielen kann.
Aber mehr dazu im richtigen Test.
Gameplay:
Nach dem coolen Intro findet man sich im japanischen Startmenü wieder. Nach
einigem Rumprobieren lässt sich das Spiel aber gut verstehen, die meisten Modi
sind auch in englisch beschriftet (weil es halt "cool" ist) - Infotexte über
Wagen oder Strecken sind aber in Japanisch gehalten.
Der Hauptmodus nennt sich "Garagemode". Hier wählt man sich zuerst eine Garage
aus, dann einen Wagen und beginnt mit dem Rumprobieren, bevor man ins Rennen
startet.
Das Rumprobieren oder Umbauen am Fahrzeug lässt einen erst mal staunen: von den
69 Fahrzeugen, die insgesamt im Spiel vorhanden sind, sind mehr als die Hälfte
von Anfang an verfügbar. Die Palette reicht von der japanischen
Familienkutsche, über schon getunte Pseudo-Streetracer bis zu einigen
amerikanischen Sportwagen. Hat man sich einen Wagen ausgesucht, darf man sich
zuerst sein Kennzeichen zusammenstellen. Diese sind natürlich nach japanischem
Vorbild gehalten und können mit so ziemlich jedem Text versehen werden, sehr
lustig sieht das dann im Rennen aus.
Nach einem weiteren Bestätigungsklick steht der Wagen dann in der Garage.
Nun gehts weiter mit dem Customizing: der Wagen will getunt werden.
Neben den leistungsbringenden Tuningvarianten gibt es noch unzählige Optische:
so dürfen Front- und Heckschürze, Motorhaube, Außenspiegel, Spoiler,
Lampenform, ... mit Teilen von (ebenfalls lizenzierten) Tuning-Händlern
verschönert werden. Für so ziemlich jedes Teil kann man eine eigene Farbe
auswählen und Felgen gibt es auch zuhauf. Wem _das_ alles noch nicht reicht,
der kann sich auch eigene Bilder (Decals) malen und fast beliebig auf den
Wagen kleben, oder welche der vorgefertigten nehmen.
Zu Beginn sind nur etwa ein Viertel der Teile freigeschaltet, die alleine
reichen aber bei Weitem aus, um sich einen Wagen nach eigenem Geschmack
zusammenzubauen. Mit Farbvariation und Decals ergeben sich fast unendlich
viele Kombinationsmöglichkeiten.
Ist damit endlich fertig (das kann schon dank des Umfangs einige Zeit in
Anspruch nehmen) geht es wieder zurück in die Garage, wo nun der getunte Wagen
steht.
Nun ist das Tuning aber noch längst nicht zuende, denn man kann ebenfalls
seine komplette Garage nach eigenem Geschmack einrichten: Reifenstapel,
Ölkanister, Wagenheber, Regale und und und... darf in der Garage verteilen
und die Wände mit Werbepostern verschönern. Fast 200 verschiedene Objekte
sollten ausreichen, dass es auf der Welt keine 2 gleichen Garagen geben wird.
Wie auch bei den Autoteilen ist nicht alles zu Beginn verfügbar.
Damit man sich auch das Resultat seiner Kreativität bewundern kann, kann man
jederzeit in seiner Garage hin- und herscrollen, auf den Wagen zoomen, oder
einfach die Ansicht ohne Menüs genießen.
Leider hat es Capcom beim Auswählend der Objekte nicht ganz einfach gemacht,
denn man beginnt immer bei Teil 1 (von knapp 90 Boden und noch mal so vielen
Postern) und muss sich dann nach links oder rechts einzeln durchscrollen, bis
man vielleicht mal ein Teil entdeckt, das man noch nicht platziert hat (jedes
Objekt darf nur 1x eingesetzt werden). Leider wird man nach einem gewonnen
Rennen auch nicht darüber informiert, welche Teile genau jetzt freigeschaltet
wurden.
Aber zurück zum Spiel: Nach dem optischen und dem Tunen über Bonusteile lässt
sich der Wagen auch noch "normal" konfigurieren: Reifen, Bremsen,
Chiptuning, Turbolader und Konsorten können (und wollen!) beeinflusst werden,
manche von denen wieder nur durch freischaltbare Bonusteile.
Das Fahrverhalten ändert sich erfreulicherweise auch erheblich je nach
Konfiguration.
Landen wir jetzt endlich auf der Rennstrecke?
Nein.
Nach dem Tunen darf der Wagen natürlich ausgiebig getestet werden. Und (wie es
sich für einen Storymodus gehört) gibt es eine "Story" im Spiel, die
anscheinend per Email-Verkehr mit Firmen und anderen Leuten weitergeführt
wird. Leider war es mir nicht möglich, auch nur das Entfernteste davon
mitzukriegen, da das Handbuch und sämtliche Emails (logischerweise) komplett
japanisch sind.
OK, jetzt landen wir auf der Strecke.Je nach Fortschritt im Spiel wählt man sich vor Beginn der Rennen einen Cup
aus, der einen dann vor verschiedene Aufgaben stellt. Natürlich sind alle
Aufgaben Rennen, bei denen man neue Tuning- oder Dekoobjekte freischaltet. Es
reicht, die Rennen zu meistern, damit man neue Teile bekommt, zum Freischalten
der "geheimen" Fahrzeuge muss man allerdings jedes Rennen gewinnen.
Auf der Strecke (endlich!) bekommt man nun die volle Anime-Dröhnung: die Wagen
sind im schönsten Cel-Shading gehalten und der Rest der Rennstrecke glänzt
ebenfalls mit Anime-Texturen. Aus zwei externen und der Cockpit-Perspektive
betrachtet man das Comicgeschehen und damit auch das nötige
Geschwindigkeitsgefühl erzeugt wird, hat Capcom nicht an Effekten gespart:
beschleunigt man, verzerrt sich die Optik, man wird quasi in den Sitz
gedrückt. Bremsen und Powersliden erzeugt "Funken" oder Qualm an den
Reifen und bei hoher Geschwindigkeit erscheinen die aus Animes und Mangas
bekannten Speedlines (siehe unsere Screenshots).
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