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Grafik:
Dieses Spiel entführt den Videospielliebhaber in eine farbenfrohe, angenehme, wunderbar digitalisierte Comicwelt. „Cel-Shading“ lautet das Zauberwort. Mit dieser Technik wurde die komplette Engine programmiert, die übrigens konstant läuft und ohne Einbrüche – seien noch so viele Gegner auf dem Bildschirm – auskommt. Was bei anderen Spielen (siehe „das spitzohrige Grafikdrama“) nur bedingt zusagt, passt hier perfekt, wie die Faust aufs Auge.
Viele Fragen sich, was man schon von einer Cel-Shading Engine erwarten kann. All diesen Kritikern wird mit diesem stilistischen Stück purer Kreativität das Mundwerk gestopft.
Grafikeffekte der feinsten Sorte sorgen immer wieder für Aha-Effekte. Auch die Regulation der Filmgeschwindigkeit wird hervorragend visuell dargestellt: wird das Spiel verlangsamt, so zoomt die Kamera an das Spielgeschehen heran, der Hintergrund wird abgedunkelt, was die im Vordergrund kämpfenden Akteure hervorhebt, die dann einen leichten Lichtschweif hinter sich herziehen. Wird das Tempo erhöht werden Luftlinien eingeblendet, die die Schnelligkeit superb darstellen. In beiden Fällen wird oben und unten ein schmaler Filmbandabschnitt eingefügt.
Es gibt noch Tausend andere Effekte, Details und Designs, die das Talent des Produktionsteams messerscharf aufzeigen, doch diese würden den Rahmen dieses Tests sprengen. Einfach kaufen und selber staunen.
Angefangen bei dem Konzept, über die Visualisierung bis hin zum finalen Resultat kann man den Entwicklern von Capcom nur gratulieren. Es gehört viel Mut, ein derart ungewöhnliche Idee umzusetzen, gerade in Zeiten, in denen nur noch Wert auf möglichst pompöse, audiovisuelle, möglichst noch filmlizenzunterstützte Aufmachung gelegt wird.
Sound:
Viewtiful Joe kommt mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln daher – und das ist auch gut so. Schlechte Synchronisationen schaden oft nur der Atmosphäre; da ist jedem – der der englischen Sprache mächtig ist – die Originalsprachausgabe lieber, und diese kann vollkommend überzeugen, was nicht zuletzt auch an den humorvollen Dialogen liegt.
Summt ein Episodenendgegner vor Joes Eintreffen noch überschätzend („Davidson is in the house! Hulk Davidson is born to be wild”), so fragt er etwas verwundert unseren Helden bei seiner Ankunft – auf seine V-Uhr bezogen –, ob er nicht von sich denke, irgendeine Art neuer Megaman zu sein. Ein anderer Störenfried verplappert sich andauernd und schildert Joe somit den geheimen Plan der Bösewichte. Joe bemerkt nur gelassen, gegen was für ein totalen Vollidioten er kämpfen müsste. Für den Spieler sind diese ganzen Gespräche willkommene und entspannende Abwechselung zum unermüdlichen Kampfgeschehen.
Auch sonst wissen Joes Sprachfetzen zu überzeugen. Schreit er bei einem kleinen Hamburger, der eine Energieherzcontainer wieder auffüllt, nur leicht erfreut „jammy“, ruft er bei einem ganzen Essensmenü voller Glücksgefühl und Überzeugung „real, real“. Wer einmal Ausschnitte seines Repertoires gehört hat, wird wissen, dass eine deutsche Synchronisation so eine kongeniale Sprachausgabe niemals geschafft hätte. Schließlich bleibt noch der Pausenbildschirm zu erwähnen, bei dem jedes Mal einen – von dem Levelstandpunkt abhängigen – scherzhaften Spruch („Bathroom?“) zu hören gibt.
Die prächtigen Soundeffekte – das süchtigmachende Klirren, wenn ein Gegner in seine Einzelteile verfetzt wird (nicht vergessen: es sind nur Roboter), das applaudierende Tonbandpublikum, das nach jeder guten Attacke jubelt und kreischt oder auch die Explosionen der Bomben – und die elektronischen, teils ausgeflippten Musikstücke, die zwar keine Ohrwurmqualität haben, den Spielablauf aber passend untermalen, runden den sehr guten Eindruck ab.
Fazit:
Es war Liebe auf den ersten Blick. Schon die auf der „Games Convention“ gezeigte Version schloss den Spieler in einen Bann, dem er sich nicht entziehen kann. Capcoms Werk ist technisch perfekt umgesetzt: Audiovisuell gibt es so gut wie keine Kritikpunkte und vor allem macht es Spaß, und wie viele Spiele sehen gut aus und machen keinen Spaß?
Abschließend ist den Machern ein kleiner Meilenstein gelungen, eine abhängigmachende Droge – für Leute die keinen GameCube besitzen die perfekte Einstiegsdroge sozusagen –, die sich durch deviantes und stilistisches Design, Originalität und Humor, kluges, rasantes wie unterhaltsames Spielprinzip, ausgeflippte Charaktere und einer Menge Sympathie von der Masse der eintönigen Videospielwelt abhebt.
Viewtiful Joe unterhält den gefesselten Spieler ohne Unterbrechung, es wird Action pur geboten, besser als jeder noch so aufwendige Matrix-Müll.
Sehr empfehlenswert. Kaufen.
Von M.Wehmeier
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| 9.2 | Grafik Bunt, effektgeladen, detailreich, designverliebt - top | |
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| 9.0 | Sound Superbe Sprachausgabe, gute Musikuntermalung, passende Effekte | |
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| 9.5 | Spielspass Es ist kein Spiel für Monate, aber es garantiert - solange man es spielt - die beste Unterhaltung, die man z.Z. auf dem GameCube bekommen kann | |
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| 9.1 | Gesamt | |
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