Review von M.Kallhardt (mail) | 23. November 2003 | PAL Version
Von Electronic Arts Sportspielen der Reihe EA Sports ist man die alljährlichen Updates, meistens mit mehr oder weniger Neuerungen gewohnt – für EAs „Big Sports“ gelten andere Regeln. Nur für Extrem- oder Trendsportarten gedacht sind hier nicht nur die Updateintervalle größer, auch inhaltlich sollen sich die Titel mehr von ihrem Vorgänger unterscheiden.
Hatte man sich 2000 mit SSX die Snowboard-Krone geangelt, wollte man mit SSX Tricky ein Jahr später den Titel festigen. Hier gab es aber nur wenige Neuerungen, wie zum Beispiel das Übertricks-System.
Während immer mehr Snowboard-Spiele auf den Markt kommen, möchte EA Big nun mit SSX3 zeigen, dass man das alte SSX noch besser machen konnte und mal wieder die Messlatte für andere Boarder höher legen.
Gameplay:
Der Berg ruft und wir folgen: nach dem Start des Spiels und der hübschen Introsequenz, in der freundlicherweise alle Charaktere kurz vorgestellt werden, landet man im Hauptmenü. Hier gibt es die Auswahl zwischen einem schnellen Einzelrennen, dem „Story“modus, hier „Gipfelstürmer“ genannt und dem Multiplayermodus, der etwas viel verspricht, denn statt Multi gibt es nur Duoplayer.
Vor dem Einzelrennen wählt man seinen favorisierten Boarder (es gibt insgesamt 10 Extremsportler zur Auswahl, vom texanischen Cowboy bis zum japanischen Otakumädel sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein), danach dann die gewünschte Strecke. Hier gibt es dann einfache 6-Personen- und komplexere Downhillrennen, Big Air- und Halfpipe-Events. Das alles verteilt sich auf die drei Gipfel des Berges. Gipfel 1 ist natürlich der einfachste, die beiden anderen teilen sich in die Kategorien „Erst die Arbeit, dann Aprés Ski“ (#2) und „Runter kommen sie alle“ (#3) auf. Da beim Starten des Spiels der letzte Spielstand geladen wird, sind manche Boarder schon erfahrener und eventuell auch schon mehr Strecken freigeschaltet und damit auch im Einzelrenn-Modus anwählbar. Ist dem nicht so, sollte man schleunigst den „Gipfelstürmer“ starten und so Strecken freischalten.
Bevor der Gipfel gestürmt wird, wählt man natürlich auch seinen Lieblingsboarder aus und dann geht’s auch schon los: Statt einem Auswahlmenü wird unser Anfänger an der Spitze von Gipfel abgesetzt und darf sich, vom Spieler gesteuert, für seinen weiteren Werdegang entscheiden. Anstelle von Textbalken sieht man nur Wegweiser im Schnee stecken, ein paar Rails laden zum spontanen Grinden ein, ansonsten gibt es nur das Gesetz eines Berges, das lautet: es geht abwärts, aber du hast in der Hand, welchen Weg du nimmst.
So kann man den Wegweisern nun zum „Race“ folgen, einen „Slopestyle“- oder einen „Big Air“-Event fahren, in der „Lodge“, der Berghütte, die Beine hochlegen oder sich vom Transportfahrzeug zu einem anderen Gipfel fliegen lassen. Dieses Spielelement ist neu und soll wie beim neuen Tony Hawk's dem Spieler eine erhöhte Freiheit vermitteln. Da der Berg wie oben gesagt, aber eine feste Spielrichtung vorgibt, wirkt das Ganze ziemlich getürkt. Im Endeffekt wird man eher sein M-Comm (kleiner Communicator, der auch als Pausenmenü dient) benutzen und direkt zu den Events springen, als erst mal ein gutes Stück durch den Schnee zu fahren.
Vor dem Eventstart ist aber noch eine kleine Pistenstrecke zur Entscheidung gefragt. Dieses Stück ist auch nötig, denn jede Strecke lässt sich auf 2 Weisen befahren:
Einmal gibt es den normalen Event, das Rennen oder das möglichst spektakuläre Springen in der Halfpipe, das einem je nach erreichtem Platz eine Menge Geld und Bonusgegenstände (dazu später mehr) spendiert und dann noch den Freeride, das einfache Herunterfahren um BIG Herausfordungen zu absolvieren. Diese können zum Beispiel ein kurzer Slalomlauf oder das Durchspringen von Ringen sein – meistens sehr abwechslungsreich und nicht ganz einfach. Die BIG Herausforderungen hängen auch stark von der Strecke ab – bei einer Halfpipe sind schon mal eine bestimmte Trickreihenfolge gefordert.
Letztendlich läuft es bei Rennen, Freestyles und Freerides immer auf eines heraus: so gut wie möglich durchkommen, um ein fettes Preisgeld zu kassieren und Collectables geschenkt bekommen. Das Preisgeld lässt sich in der Lodge verprassen: hier kann der eigene Boarder verbessert werden: seine 8 Fähigkeiten sollten hier kostenpflichtig aufgeputscht werden, damit man bei späteren Rennen von den Gegnern nicht in den Schnee geschubst wird.
Damit einem zwischendurch nicht langweilig wird, darf man seinem Boarder auch einiges an Ausrüstung, sprich: Klamotten oder Gag-Gegenstände einkaufen. Die einfachen Mützen sind das billigste, was es so gibt, wer was extravagantes, wie ein Stück Pappe statt Snowboard haben möchte, muss schon tiefer in die Tasche greifen.
In der Lodge lassen sich auch einige Statistiken über den Boarder abrufen, man kann seine eigenen Über-Tricks konfigurieren und neue einkaufen und auch die gespielte Playlist ändern (6 Lieder sind frei, mehr müssen auch gekauft werden).
Die Übertricks:
Wie schon in den Vorgängern kann der Spieler durch erfolgreiche Tricks eine Adrenalin-Leiste auffüllen, die dem Boarder einen Speed-Boost ermöglicht. Ist die Leiste ganz gefüllt, hat man für ein paar Sekunden Zeit, einen „Supertrick“ auszuführen. Diese dauern etwas länger als normale Tricks, bringen aber auch dementsprechend mehr Punkte. Nach 5 solchen Tricks (S-U-P-E-R) kommt man in den „Über“modus. Jetzt ist die Adrenalinleiste immer gefüllt und jeder Supertrick wird zum Übertrick. Der Realismus bleibt beizeiten auf der Strecke, aber „über“cool ist es schon.
Schafft man 4 Übertricks (Ü-B-E-R), ist man dann der King, das Adrenalin geht kaum zur Neige und die Punktemultiplikatoren schießen in die Höhe. Jetzt nur nicht auf die Nase fallen, sonst ist es wieder vorbei.
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