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Steuerung:
Hier gibt sich die GameCube-Version glücklicherweise kaum eine Blöße gegenüber dem PS2-Controller: lediglich das Übertrick-System musste anders gestrickt werden. Ich weiß nicht, wie EA es bei der PS2-Version gelöst hat, hier jedenfalls müssen die 3 verfügbaren Schultertasten in Kombination gedrückt, bzw. gehalten werden. Kann sein, dass die PS2 durch mehr Schulterbuttons mehr Kombinationen und dadurch mehr Tricks ermöglicht, dem Spielspaß mit der GCN-Version tut es jedenfalls keinen Abbruch. Hat man sich dank Handbuch oder Ingame-Erklärung das Tricksystem eingeprägt, gehen die Übers auch sehr einfach von der Hand.
Für Trickvariationen dient das Digipad, mit dem in etwa die Drehrichtung während des Tricks vorgegeben wird. Hier könnte man sich mal wieder ein größeres Pad wünschen, aber das GCN-Pad erfüllt seine Aufgabe ausreichend. Die restliche Buttons sind wie beim Vorgänger sinnvoll belegt, siehe unsere Grafik:
Den Vibramotor setzt das Spiel sparsam ein, üblicherweise bei Kollisionen. Nach dem Ausschalten vermisst man die Vibration aber auch nicht weiter.
Sehr schön hat EA die verschiedenen Untergründe simuliert, auf denen die Steuerung sehr realistisch reagiert: auf Eisflächen rutscht der Boarder leicht weg und die Kontrolle ist nicht mehr so einfach, wie im Schnee kurz vorher.
Grafik:
EA gibt sich selten eine Blöße, wenn es um Topspiele geht, darum spielt SSX3 auch grafisch in der obersten Liga mit. Die drei Dinge, um die es in diesem Spiel geht, wurden konsequent auf höchstem grafischen Niveau umgesetzt:
- die Boarder sehen allesamt sehr gut aus und können dank vieler Accessoires individuell gestaltet werden. Die Animateure haben klasse Arbeit geleistet und wenn man sich die Unmengen an Ausrüstung anguckt, kann man verstehen, dass die ganzen Jacken, Mützen, Rucksäcken usw. eher am Körper kleben, als sich realistisch zu bewegen. Dafür kann ich aber meinem Boarder eine Papiertüte über den Kopf stülpen oder sein Board anzünden.
- die normalen Tricks wurden so gemacht, wie man sie erwartet – bei den Übertricks fragt man sich schon manchmal, ob da das Fantasiepferd mit den Animateuren durchgegangen ist: der Boarder scheint sein Snowboard zu verhexen, weil es sich wie ein Satellit um seinen Körper dreht, während er in der Luft Salti schlägt. Nicht gerade realistisch, aber es wirkt halt toll.
Beim Railgrinden lassen sich auch allerhand gut animierte Tricks durchführen, die physikalisch eigentlich unmöglich sind, aber wen stört es?
- auf den Strecken sollen sich laut den Programmierern um die 30 verschiedene Sorten Schnee befinden! Ob es wirklich so viele sind, habe ich nicht gezählt, aber Fakt ist, dass es neben tiefem, flachem und festem Schnee auch Eishöhlen und Bobbahnähnliches gibt. Flache Hügel zerstäuben, wenn man hindurchfährt, auf den Eisbahnen sieht man Spiegelungen und auf dem Bildschirm bleiben manchmal Schneeflocken kleben.
Das alles läuft durchweg flüssig, im Einzelspieler scheint das Spiel manchmal zu stocken, das liegt meistens aber daran, dass man in ein neues Gebiet fährt, für das der Ansager ein paar neue Informationen bereithält. Und falls der Schirm mal voll mit Schneeflocken ist und der Boarder sich nur langsam bewegt – das ist nicht die Framerate, die in die Knie geht, sondern die Spielfigur selber.
Ein paar Kritikpunkte habe ich in Bezug auf die Strecken, wo menschliche Behausungen verwendet werden: Entweder sind dies nämlich immer mal wieder auftauchende asiatische Tempel oder auf einer Strecke eine komplette Stadt bei Nacht. Hier hat man sich zwar Mühe gegeben, die Stadt mit ein, zwei Brücken und Werbeschildern ein wenig lebendiger zu machen, aufgrund der langweiligen Häusertexturen wirkt das Ganze allerdings wie noch zu Zeiten von SSX1. Die Naturstrecken sehen da klar besser aus.
Und: ich weiß nicht, ob das was mit der PAL-Version zu tun hat, aber es gibt im Spiel ein paar Werbetafeln von bekannteren Marken, die sind aber allesamt auf den Kopf gestellt – das stört aber nicht weiter, es sei denn man ist großer 7up-Fan.
Der Multiplayermodus muss gegenüber dem Einzelspieler kaum Einbußen hinnehmen, lediglich die Sichtweite wurde herunter gesetzt, was man dort an gelegentlichen Pop-Ups bemerkt. Dafür läuft er aber ebenfalls ruckelfrei.
Sound:
Startet man das Spiel erscheint der aus dem Kino bekannte THX-Vorspann – eine feine Sache, dass man jetzt auch anhand des THX-Siegels erkennen kann, dass man mit dem Spiel richtig guten Surround-Sound erhält, aber warum lässt sich dieser THX-Vorspann nicht abbrechen? Im Kino nervt das auch irgendwann, bei Videospielen sind wir aber erst am Beginn dessen, da wird also noch mehr kommen.
Nichtsdestotrotz ist das Spiel soundtechnisch genauso, wie man es erwarten würde: wo THX draufsteht ist auch genialer Sound drin.
Die schon erwähnten vielen verschiedenen Schneeuntergründe könnte man auch blind, nur anhand der Fahrgeräusche unterscheiden und abseits der Pisten ist auch einiges an natürliche Geräuschquellen versteckt. Wen die Jukebox-Sounds des Punktzählers oder bei den Übertricks stören, der kann sie auch ausschalten.
Wie schon erwähnt, unterhalten sich die Fahrer auf der Strecke, die Sätze wiederholen sich zwar schnell, sind aber immer wieder witzig. Klappt ein Trick mal besonders gut, feiert sich der Boarder auch selbst, rappelt er sich nach einem Sturz wieder auf, gibt's ein paar nette Flüche – die sind allerdings alle auf Englisch.
Bei der Musik braucht man eigentlich nichts abzuschalten, vielleicht fühlen sich aber auch einige von EAs „anderem“ neuen Feature gestört: DJ Big.
Der mixt zwar nicht die Lieder gekonnt ineinander, gibt aber ein paar Veranstaltungstipps, die immer genau zu der Strecke passen, auf die man gerade zufährt. Außerdem spielt er Liedwünsche und kündigt die Titel an. Damit die anderen Fahrer auch wissen, was los ist, bläst DJ Big ein paar Infos über euren Boarder über den Äther, dass „das Urgestein der SSX-Szene wieder auf dem Brett steht“ und so. Eigentlich überflüssig, aber ein nettes Spielelement.
An Musik hat „DJ Big“ eine Mischung seiner besten Boardertunes zusammen gestellt, die über 30 Musikstücke sollten jedem gefallen: Mit dabei ist Punk von MxPx, Rock von Placebo, Hiphop von N.E.R.D. und Beats von den Chemical Brothers. Die meisten Stücke sind Remixe, passen dadurch aber besser zum Spiel.
Eine Möglichkeit, die Stücke außerhalb der Piste komplett abzuspielen, fehlt leider, dafür bietet EA aber die Möglichkeit, einen Soundtrack zum Spiel zu kaufen.
Sehr nett gemacht finde ich, dass das Spiel den aktuellen Titel ausblendet, wenn man zu einem großen Sprung ansetzt und weiterspielt, wenn der Boarder spektakulär gelandet ist – Spannungserhaltung at its best.
Fazit:
Die Krone im Genre Snowboarding geht wieder an Electronic Arts, wenn sie die überhaupt jemals abgegeben haben. Grafisch und spielerisch ist das Spiel wirklich spitze und dank massig Musik und THX-Zertifikat auch ein Ohrenschmaus. Die wirklich wenigen Schnitzer können den Spielspaß kaum trüben, lediglich Realismusfanatiker könnten ein paar Bedenken haben.
Von M.Kallhardt
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| 8.8 | Grafik Mehr Schnee als in Lappland und Unmengen an Ausrüstung | |
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| 8.5 | Sound DJ Big könnte auch meine Parties beschallen – müsste aber selber den Mund halten | |
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| 9.5 | Spielspass Sammelwut motiviert, Halb-Stunden-Rennen machen Spaß | |
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| 9.0 | Gesamt | |
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