Was bleibt zu sagen? F-Zero GX ist mehr geworden, als jeder erwartet hätte. Technische Finesse kombiniert mit puren Spielspaß – das ergibt das Prädikat „kaufen“. Dank Grand Prix, „Story Mode“ und Mehrspielermodus ist auch für ausreichend Abwechselung gesorgt - und für Langzeitmotivation sowieso.

Wir freuen uns schon auf eine weitere Nintendo/Sega Kooperation. Die Programmierer von AV haben definitiv das Potenzial weitere angestaubte Spielserien in die neuste Generation zu portieren.

Steuerung:
Zeichneten sich die Vorgänger durch perfekte Fahrzeugkontrolle aus, so macht F-Zero GX keine Ausnahme. Die Steuerung ist leicht zu erlernen, aber schwer zu meistern. Besonders die Anwendung der verschiedenen Drift- und Slide-Arten in Kurvenpassagen sollte gut gelernt sein, um im späteren Verlauf des Spiels um die Spitzenpositionen mitstreiten zu können. Zur Eliminierung gegnerischer Fahrzeuge – was ab und zu vorrausgesetzt wird – ist der Gebrauch von der Wirbel- oder Kreisattacke notwendig.
Insgesamt gesehen ist an der Steuerung nichts auszusetzen. Die Gleiter steuern sich präzise und durch die manuelle Einstellung des Verhältnisses von Beschleunigung und Endgeschwindigkeit kann der Spieler zusätzlich die Steuerung an seinen eigenen Ambitionen ausrichten.

Grafik:
F-Zero GX ist ein Prachtstück von visueller Darstellung. Das Grundkonzept von den technisch biederdurchschnittlichen Vorgängern wurde übernommen und von AV komplett neu digitalisiert.
Das Auge wird durch unnachahmlich verrücktes Randdesign beglückt. Von der virtuellen Kasinostadt (sozusagen das Las Vegas im F-Zero Universum) über (bzw. in) das Innere eines Vulkans, bis hin zu diversen Wüsten- oder Unterwasserpassagen ist alles vertreten, was sich der Videospieler wünscht: Imposante Städtedesigns mit unendlich vielen in Erinnerung bleibenden Details, wie z.B. diversen leuchtenden Neonleuchtschriften und fliegenden Feuerbällen, zieren die schöngestalteten Strecken, auf denen sich immer noch dreißig, hochdetaillierte, mit wunderschönen Lichteffekten geschmückte Fahrzeuge um Platzierungen streiten. Das Spiel läuft dabei konstant bei 60 Bildern pro Sekunde, selbst wenn alle 29 Konkurrenten gleichzeitig auf dem Bildschirm sind.

Stilistische Zwischensequenzen erzählen abseits der Rennstrecke die Geschichten der einzelnen Fahrer. Dreckige, mit außerirdischen Abschaum gefüllte Bars, mit Werbung zugepflasterte Straßenpassagen, futuristische Gebäudeformationen - alle diese Kulissen gemixt mit einer ordentlichen Prise Endzeit kreieren eine düstere, geheimnisvolle Atmosphäre.

Stilistisch, dunkel und perfekt umgesetzt - F-Zero GX ist visuell gesehen ein Augenschmaus und gleichzeitig ein konsolenübergreifender Referenztitel, an dem sich alle kommenden (futuristischen) Rennspiele messen werden müssen.
Grafikfanatiker freuen sich zusätzlich über den Widescreen-Modus (für 16:9 Bildschirme) und die Progressive Scan Kompatibilität.

Sound:
Abwechselnd untermalen rockige und elektronische Töne den Spielablauf. Die Tracks sind größtenteils recht eingängig, reichhaltig an Varietät und animieren zum Mitpfeifen. Auch qualitativ tanzen die Musikstücke allesamt auf hoher Ebene, was nicht zuletzt daran liegt, dass viele Melodien aus alten Super Nintendo und Nintendo 64 Tagen wiedererkennbar sind – und wer hat nicht die geniale „Big Blue“-Melodie vermisst?
Leuten, die der englischen Sprache nicht mächtig sind, wird die englische Sprachausgabe – in den Zwischensequenzen - vielleicht stören, allen anderen dürfe es mindestens egal sein. Qualitativ steht sie der Musikuntermalung in nichts nach. Zu bemerken sei noch die fabelhaftpassende Hintergrundsmusik in den Bars, die hervorragend zur typischen Bar-Atmosphäre beiträgt.
Die Bibliothek der Soundeffekte hingegen ist nicht sonderlich hervorstechend, noch umfangreich, erfüllt aber ihre Aufgabe. Insgesamt bleiben die Gleitergeräusche während des Rennens dezent im Hintergrund.

Fazit:
Es ist vollbracht. F-Zero GX kam, sah und siegte – und ist ein mehr als würdiger Nachfolger der Serie. Verglichen mit anderen Veröffentlichungen des Genres ist dieses Meisterwerk einfach, sowohl technisch als auch spielerisch, (unerreichbar?) hoch überlegen, kränkeln Konkurrenzprodukte doch oft noch an Kleinigkeiten. Die technisch brillante Umsetzung, die perfektprogrammierte wie innovative Grafikaufmachung kann ebenso überzeugen, wie die präzise und leichterlernbare Steuerung, das rasantschnelle Gameplay und der neuartige Story Modus, der - gespickt mit den unterhaltsamen Zwischensequenzen - vom Anfang bis zum Ende in seinen Bann zieht.
Negativ fällt letztendlich nur der knallharte Schwierigkeitsgrad auf. Einsteiger wie auch Fortgeschrittene werden oft – gerade im Story Mode – verzweifeln. Neben den Einzelspielermodi bietet auch der Mehrspielermodus genug Optionen um lange zu unterhalten.

Kurz und knapp: Wer Rennspiele mag, der... - lassen wir das. Du wirst F-Zero GX definitiv lieben!

Von M.Wehmeier
9.6Grafik
Imposante Strecken, fabelhaftes Design, Unmengen von Details - hinzu kommt der 60HZ Modus und eine immerstabile Framerate. Grandios.
8.2Sound
Gute Musikuntermalung, leider nur englische Sprachausgabe, kaum Soundeffekte. Bonuspunkt wegen alten SNES-Melodien
9.3Spielspass
Fesselnder Story Mode, knackiger Schwierigkeitsgrad, ausreichend viele Strecken plus Mehrspielermodus und Gleitereditor
9.1Gesamt

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