Legends of Wresting
Review von M.Kleditzsch (mail) | 05. August 2002 | PAL Version

Ich mache mir nichts vor. Das Spiel ist wohl das schlechteste Wrestling-Game, das meine Finger je berührt hat. Deswegen wird dieses Review auch leider nicht so ausführlich ausfallen wie sonst üblich. Ich gehe die Sache ganz gelassen an. Ich habe das Spiel schon länger hier liegen, jedoch habe ich immer lieber erst andere Titel getestet und sogar versucht, Marian den Test schreiben zu lassen, aber was bleibt einem als leitender Redakteur halt Anderes übrig. Ich muss also her halten. Vom ersten Eindruck (nicht spielerisch) ist das Spiel sogar sehr attraktiv. 42 offizielle Wrestler (inkl. Lizenz), gut... dann hört es auch schon wieder auf. Auf der Packung werden noch ein paar andere Features angemerkt, die aber wirklich nicht überzeugen können (Create-A-Player etc.). Gut ist auch das Vorhandensein eines Vierspieler-Modus. Dann leg ich mal das Spiel ein und fange an. Das Intro ist extrem komisch. Jedenfalls am Anfang. Man bekommt Szenen in schwarz weiß (Spielegrafik) geboten, in denen die Legends of Wrestling vorkommen. Auf einmal blendet das Intro aber in Farbe um, und die Hintergrundmusik wechselt von Blues zu Rock. Dann sieht man in "Teaser-Trailer"-Manier ein paar Moves und ein paar Animationen der Wrestler. Fertig ist das Intro.

Gameplay:
Der Spieler muss also, wie bei einem Wrestling-Game üblich, seinen Gegner vermöbeln, so lange bis dieser nicht mehr aufstehen kann. Und das auf alle denkbaren und schmerzhaften Weisen. Das Menü besteht aus den fünf Oberkategorien Exhibition, Career, Create, Tournament und Options. Das Menü überrascht mit unglaublich vielen Modi (für ein Wrestlingspiel) und ich erstelle mir auch direkt einen Wrestler. Macht echt Spaß, sich einen Untergebenen zu basteln und ihn mit allerlei optischen Extras auf zu peppen. Danach geht es aber direkt in den Ring. Exhibition ist angesagt. Bevor es in den Ring geht, muss noch ein Wrestler gewählt werden. Die 42, die auf der Verpackung erwähnt werden, sind nur zum Teil vom Beginn an anwählbar.

Danach geht es aber auch schon los. Nach dem komischen Intro (Wrestler marschieren in einer total billigen Sound-Athmosphäre in den Ring und werden von billigen 2D-Zuschauern angefeuert; der Kommentator hört sich an wie aus einem Volskempfänger, etc..) und einer noch längeren Ladezeit nach dem Intro (also schon zum zweiten Mal circa 15 Sekunden warten, bis ich spielen kann) stehe ich also im Ring. Ich habe die Steuerung genau einstudiert, komme in den ersten paar Minuten aber nicht klar. Wirklich nicht... ich vermöbel zwar den Gegner, aber wohl eher weil ich wie wild auf die Knöpfe drücke. Aber mehr jetzt in den speziellen Kategorien. Freut euch auf meine Kritik. Ach ja, der Career- und Tournament-Mode sind wirklich nicht umwerfend. Sie sind halt ganz normal und ohne Extras (außer, dass ich viele Wrestler freispielen kann) und werden durch die unten Aufgeführten Attribute sowieso zu einer Pixelschlacht.

Steuerung:
Die Steuerung ist grandios. Nach mehreren Stunden spielens kann man sich daran gewöhnen und wird immer wieder durch ein paar Grafikfehler überrascht und aus dem Konzept gebracht, so dass sich das Spielen immer wieder lohnt. Es ist halt abwechslungsreich (Achtung: Ironie). Guckt euch die Steuerung an. Aber im Spiel werden jeweils noch Tasten eingeblendet um z.B. Gegner "spontan" abzublocken oder ähnliches, so dass man einfach nach einer gewissen Zeit nur noch auf die Knöpfe haut (oder auf das Spiel).

Grafik:
Beim Create-Modus (übrigends meiner Meinung nach der einzige wirklich gute Aspekt an diesem Spiel) findet man die Spieler noch gutaussehend und schick animiert. In-Game sieht das ganze aber leider extrem anders (schlecht) aus. Kein Anti-Aliasing und Gesichter, die aussehen als wären sie aus dem Schaufenster geklaut ergeben zusammen eine grausame Vorstellung. Leider trifft dies alles auf dieses Spiel zu. Die Animationen sind viel zu weich, man hat das Gefühl man kämpft auf einer Wolke und die Spieler sind schwerelos. Die schlechte Wertung kann auch durch die Zuschauermassen, die schon bei Nintendo 64-Wrestlingspielen besser aussahen, nicht kompensiert werden.

Sound:
Schrecklich. Mehr muss ich dazu glaube ich nicht sagen. Tut mir leid, Acclaim, aber Legends of Wrestling ist noch schlechter als Burnout, denn da konnten wenigstens noch die Soundeffekte halbwegs überzeugen. Dieses Spiel versagt in (nicht nur) diesem Gebiet vollständig. Schreckliche Musik, schreckliche Geräusche aus der Menge und ein noch schrecklicherer Kommentator sorgen auch soundtechnisch für Totalausfall.

Fazit:
Ich war noch nie ein Fan von Wrestling-Games, obwohl ich schon einige gespielt habe. Dieses hier hat mich mal wieder bestätigt und führt die "Diese Spiele hätten beim besten Willen wirklich hundertprozentig nicht auf dem GameCube erscheinen müssen" Liste meiner Meinung nach mit Abstand an. Da sind die meisten C64 Titel besser. Leider? Naja... Wrestling Freaks, die wirklich eine dicke Haut haben, werden sich auch hier wohl fühlen, wobei jedoch der normale Spieler schon beim Anblick des Covers eine Gänsehaut bekommen sollte. Bis auf den Create-A-Player Modus fällt das Spiel aufgrund seiner Unspielbarkeit und des schrecklichen Sounds voll durch.
Ach ja: Es gibt auch noch einen Multiplayer, bei dem man sich vorkommt wie bei irgendeinem Arcade-Spiel: Einfach nur Knöpfe hauen! Und nach einer Runde landet es in der Ecke und wir zocken weiter Super Smash Brothers Melee.

Von M.Kleditzsch
2.0Grafik
Immerhin ist es 3D... Schlechte Animationen. Sieht aus wie bei einer NASA-3D Animation oder dem RTL-Wetterflug
1.1Sound
Schrecklich,. Da spiel ich lieber ohne Ton. Die Entwickler sollten sich ein Beispiel an Eternal Darkness nehmen
2.5Spielspass
Der Create-Mode holt einiges raus, aber nicht alles. Am Ende darf ich aber immer noch sagen: Miserabel - Das schlechteste Game auf dem Cube
2.4Gesamt

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